Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.
earthchild

Der Punkt ist nun, dass aus diesen beiden Gründen in Deutschland schon in weiten Teilen der Bevölkerung die Vorstellung verbreitet ist, dass Deutschland eben gut gewirtschaftet hat und die anderen nur jetzt auch den Gürtel enger schnallen müssen, damit es überall bergauf geht. Aber das ist natürlich Unfug, wie man leicht verstehen kann: Es kann in einer integrierten Wirtschaft natürlich einer die anderen niederkonkurrieren und sich dadurch Vorteile verschaffen, alle gleichzeitig können das natürlich unmöglich tun. Wenn das alle gleichzeitig tun, sind am Ende alle ärmer. Deswegen kann ja Austeritätspolitik ja funktionieren, wenn ein Land diese – etwa nach einer Bankenkrise – betreibt, aber niemals, wenn das alle Länder tun.

Aber diese falsche Vorstellung ist in Deutschland weitgehend hegemonial – so hegemonial, dass sich im Grunde niemand dagegen zu argumentieren traut. Merkel weiß, dass sie von den Bürgern als Verkörperung dieses “Kurses der Wettbewerbsfähigkeit” angesehen wird, und praktisch unschlagbar ist, solange sich an zwei Dingen nichts ändert: Solange die öffentliche Meinung bleibt, wie sie ist, und solange sie – Merkel -, an ihrem Image nichts ändert. Da Merkel Machtpolitikerin ist, entscheidet sie sich selbstverständlich genau dafür, selbst wenn sie wissen sollte, dass es wider alle ökonomische Vernunft ist.

Der Rest ergibt sich quasi von selbst: Die öffentliche Meinung ist praktisch “gleichgeschaltet”, nicht, weil irgendjemand Befehle ausgeben oder Meinungsmacher bezahlen würde, sondern weil eine hegemoniale Deutung natürlich einen extremen Sog entfaltet: Wer nicht allzu viel nachdenkt, denkt wie alle anderen auch, und im Zweifel entscheidet man sich, mit der Meute zu grölen. Wer Zweifel hat, wird die vielleicht nicht laut äußern, weil er nicht als Abweichler dastehen will. Und wer zwar eine abweichende Meinung hat, wird die nicht radikal formulieren, sondern wird versuchen, sich nur so weit vom Mainstream zu entfernen, dass er für den Mainstream noch als diskursfähig gilt. Das Ergebnis: In Deutschland erscheint schon als linksradikal, was in der angloamerikanischen Wirtschaftspresse slighlty rechts der Mitte wäre.

Syriza-Bashing: Ein Versuch, den deutschen Irrsinn zu verstehen | misik.at
Reposted frome-gruppe e-gruppe

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl